Hilfe und Einsichten

Erschienen am 29. Juli 2015 - Grüne Woche Stadtanzeiger

,,Unternehmen treffen Gemeinnutz": 7. Sozialer Marktplatz im Rathaus

Gemeinnützige Organisationen haben es nicht leicht, ihre Ziele zu erreichen, knappe Manpower und eingeschränkte Finanzen sind nur zwei der Hürden. Sponsoren aus der Wirtschaft sind begehrt. Einen besonderen Weg geht der ,,Soziale Marktplatz", zu dem die Akteure am vergangenen Donnerstag im Rathaus zusammenkamen.

Der große Saal des Rathauses hatte sich tatsächlich in einen bunten Markplatz verwandelt: Gemeinnützige Organisationen stellen an Ständen ihre Projekte vor, daneben präsentieren sich Unternehmen. Manche haben Angebote auf Plakate ausgeschreiben, etwas ,,Wir haben zwei Standplätze auf Messen zu vergeben". Zwischen den Ständen sind die Moderatoren unterwegs, erkennbar an ihren Schärpen. Sie bringen die Unternehmen und Organisationen zusammen, um gute Geschäfte anzuschließen. Am Tisch der ,,Notare" werden die Übereinkünfte dann besiegelt. Doch wie funktioniert das? Im vergangenen Jahr hatten beispielsweise IT-Auszubildenede der Nikolauspflege die Website der Wirtschaftsprüfungsgellschaft Curacon auf visuelle Barrierefreiheit überprüft. Im Gegenzug erhielten die Azubis zwei Laptops. Mitarbeiter der Deutschen Bank unternahmen eine Schiffahrt auf dem Neckar mit dem Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart-West. Das Zentrum öffnete dafür sein Kunstatelier für die Kinder der Bankangestellten. In diesem Jahr ist auch die Volksbank Zuffehausen dabei: ,,Wir bieten Hilfe beim Grafikdesign oder auch bei IT-Problemen an. Wenn man erst ins Gespräch kommt, findet sich meist etwas, bei dem wir helfen können", erklärt Steffen Kolbow von der Volksbank Zuffenhausen. Das Projekt ,,Sozialer Marktplatz" ist nicht auf Stuttgart beschränkt, sondern findet bundesweit statt. ,,Wir befürworten diese Initiative, da interessante und spannende Projekte entstehen", so Ines Aufrecht, Leiterin der Stuttgarter Wirtschaftsförderung, zum Sozialen Marktplatz: ,,Es freut uns, dass das Ehrenamt für viele Unternehmen dadurch begreifbar und greifbar wird." Denn letztendlich erhalten durch Kooperationen auch die Fachleute aus der Wirtschaft oft verblüffende und überraschende Einsichten in andere Arbeits- und Lebenswelten.